Chronik der Gemeinde Rendsburg

100 Jahre Neuapostolische Kirche Rendsburg im Jahr 2019

Ihre Gründung erfolgte unmittelbar nach dem 1. Weltkrieg im Sommer 1919. Es ergab sich, dass aus Kolberg Heinrich Kummerow bereits im Jahre 1916 zu den Rüttgers-Werken nach Schacht-Audorf bei Rendsburg versetzt wurde. Im gleichen Jahr kam auch Friedrich Griwodz mit seiner Familie nach Rendsburg. Beide gehörten damals bereits zur Neuapostolischen Kirche, wobei Bruder Kummerow schon im Priesteramt war.

Die seelsorgerische Betreuung gestaltete sich zunächst schwierig. Gottesdienste fanden damals nur in Kiel statt. Damit in Rendsburg Gottesdienste stattfinden konnten, hat die Familie Griwodz zunächst ein Zimmer ihrer Wohnung in der damaligen Artilleriekaserne zur Verfügung gestellt. So konnte der erste Gottesdienst im Juni 1919 stattfinden. Die kleine Schar wurde insbesondere von Priester Kummerow betreut, aber auch von priesterlichen Ämtern aus Kiel. Die Arbeit der beiden unermüdlichen Brüder Kummerow und Griwodz hat sich segensreich ausgewirkt.

Die Familien Stockmeier aus Ostenfeld und Sonnenberg aus Rendsburg konnten am 4. April 1922 durch den Stammapostel Niehaus in Kiel die Geistestaufe empfangen. Im gleichen Gottesdienst wurde die noch kleine Gemeinde Rendsburg dem Priester Kummerow zur Pflege übertragen, Bruder Griwodz empfing das Unterdiakonenamt und wurde dem Priester Kummerow zur Hilfe gegeben.

Im kindlichen Glauben und heiligen Eifer haben diese beiden Männer den Willen des Herrn verkündet, und die Gemeinde wuchs stetig. Das Zimmer bei der Familie Griwodz reichte für die wachsende Mitgliederzahl nicht mehr aus. Es wurde 1921 ein Saal im ehemaligen Arsenal gemietet, wo die Gottesdienste bis 1925 stattfanden.

Im Jahre 1925 wurde der Gemeinde eine Klasse im Lyzeum an der damaligen Post zur Verfügung gestellt. Zehn Jahre nach der Gründung, im Jahre 1929, bestand die neuapostolische Gemeinde Rendsburg aus etwa 70 Mitgliedern.

In einem Gottesdienst des Apostels Lembke in Rendsburg am 11. Oktober 1931 empfing Johannes Stender, der am 13. Juli 1930 versiegelt wurde, das Unterdiakonenamt. Nach dem 11. Oktober 1931 fanden die Gottesdienste in der Wohnung der Familie Stender im Loher Weg statt. Johannes Stender machte dann in Rendsburg, in der Fockbeker Chaussee 80, im Hinterhof ein Gebäude ausfindig, welches als Lagerschuppen und Pferdestall genutzt wurde. Dieses Gebäude wurde von der Neuapostolischen Kirche gemietet und als Versammlungsstätte hergerichtet.

Am 10. Juli 1932 konnte dann dieser Raum durch Apostel Lembke als Segensstätte seiner Bestimmung übergeben werden. In diesem Gottesdienst wurde der am 14. Februar 1932 als Diakon gesetzte Johannes Stender in das Priesteramt berufen und gleichzeitig für die Gemeinde Rendsburg als Vorsteher gesetzt. Priester Kummerow trat freudig in das zweite Glied und diente noch im 71. Lebensjahr, unter dem jungen Vorsteher weiterhin als Priester. Bei Kriegsbeginn 1939 zählte die Gemeinde Rendsburg etwa 90 Seelen.

Wie überall wurden auch hier alle wehrtüchtigen Männer einberufen, und davon sind einige im Krieg auch gefallen. So z. B. Johannes Albertsen, ein Ur-Onkel des jetzigen Priesters Albertsen, und der am 01. März 1942 eingesetzte Priester Wichmann, der Großvater des jetzigen Priesters i. R. Trost. Die Folgen des Krieges brachten es mit sich, dass viele Menschen ihre Heimat verlassen mussten. Zur Unterbringung der Heimatvertriebenen wurden alle verfügbaren größeren Räume beschlagnahmt. So musste auch die Räumlichkeit Fockbeker Chaussee 80 dafür hergegeben werden. Auf Anordnung der Stadtverwaltung konnten unsere Gottesdienste bis Ende 1945 in der Sakristei der Neuwerker Christkirche stattfinden, allerdings nur in der Zeit von 11:30 bis 13:00 Uhr. Anfang 1946 musste der Vorsteher, Evangelist Stender, die Gemeinde schweren Herzens auf drei Stationen verteilen:

1. Bei Familie Gustav Griwodz in der Grafenstraße

2. Bei Familie Albertsen, Alte Kieler Landstraße 88

3. Bei Familie Lütje in Fockbek (Schwiegereltern des Bezirksevangelisten i. R. Kurt Andrich)

Dieser Zustand dauerte fast ein Jahr, bis es gelang, am 15. November 1946 einige Räume von der Guttemplerloge, Beseler Straße 6, zu mieten. Es zeigte sich aber, dass nicht immer für alle Gottesdienstbesucher Platz war. Zu Aposteldiensten und Jugendabenden wurde stets ein größerer Saal im damaligen Bahnhofshotel gemietet.

Am 1. Dezember 1948 konnte endlich ein größerer Versammlungsraum genutzt werden. Die Aula des alten Gymnasiums wurde der Gemeinde zur Verfügung gestellt. In dieser Zeit hatte die Gemeinde Rendsburg noch neun Nebengemeinden zu betreuen: Büdelsdorf, Erfde, Fockbek, Hamdorf, Jevenstedt, Ostenfeld, Rade, Schacht-Audorf und Westerrönfeld. Dieses war nötig wegen der vielen Heimatvertriebenen.

In der Aula des Gymnasiums fanden die Gottesdienste statt, bis am 21. Mai 1960 die neue Kirche im Rotenhöfer Weg 22b durch den Bischof Richter geweiht und ihrer Bestimmung übergeben wurde.

Am 1. Januar 1963 war die Gemeinde Rendsburg auf 299 Seelen angewachsen, weil aus allen Nebengemeinden die Geschwister in Rendsburg eingegliedert wurden. Es bestand nur noch die Gemeinde Ostenfeld, die am 1. Februar 1970 Schacht-Audorf wurde.

Den Jubiläumsgottesdienst anlässlich des 50-jährigen Bestehens der Neuapostolischen Kirche in Rendsburg hielt der Bezirksapostel Karl Weinmann am 22. Juni 1969.

Am 26. Februar 1977 wurden 19 Seelen an die neu gegründete Nachbargemeinde Kropp überwiesen, weil sie in der dortigen Umgebung wohnten. Im August 1985 wurden weitere 18 Seelen nach Schacht-Audorf überwiesen, alle, die südlich des Nord-Ostsee-Kanals wohnten. Somit sind die Gemeinden Kropp und Schacht-Audorf eigenständig geworden.

Im Jahre 1987 wurde die Kirche von August bis November vollständig umgebaut (zum jetzigen Zustand). In der Zeit fanden deshalb die Gottesdienste vorübergehend in der Schule Rotenhof in der Ahlmann Straße statt.

Im Jahr 2005 wurden die Gemeinden Schacht-Audorf und Rendsburg zu einer Gemeinde zusammengelegt. Das Gotteshaus in Schacht-Audorf wurde verkauft.

Unter der Leitung des heutigen Gemeindevorstehers Hirten Norbert Schreiber, der die Gemeinde seit 2001 ehrenamtlich betreut, liegt die Zahl der zurzeit aktiven Mitglieder um 60. Hirte Schreiber wird von acht weiteren Amtsträgern unterstützt. Diese sind darauf bedacht, dass die seelsorgerische Betreuung, aber auch die mit den aufgezeigten Aktivitäten verbundene verantwortungsvolle Arbeit in guten Händen liegt.

Das Kirchengebäude im Rotenhöfer Weg war 59 Jahre Heimat der Gemeinde Rendsburg. Leider musste das renovierungsbedürftige und als Kulturdenkmal anerkannte Gebäude aus Kostengründen aufgegeben werden.

Zum 100-jährigen Jubiläum bezog die Gemeinde Rendsburg ein neues Kirchengebäude in der Fockbeker Chaussee 53. Dieses war einst ein Wohnhaus mit anliegender Halle, welches zu einem neuen schönen Versammlungsort hergerichtet wurde.

Der Weihgottesdienst mit Apostel Uli Falk fand am 1. September 2019 statt.

Die Vorsteher der Gemeinde Rendsburg von damals bis heute:

1. Heinrich Kummerow --- April 1922 bis Juli 1932

2. Johannes Stender --- Juli 1932 bis März 1964

3. Otto Dowideit --- März 1964 bis Dezember 1977

4. Dietrich Jastremski --- Dezember 1977 bis März 1997

5. Jürgen Seidel --- März 1997 bis Dezember 2001

6. Norbert Schreiber --- Dezember 2001 bis Januar 2021 

7. Olaf Albertsen --- seit Januar 2021